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Başlık: Weiterer Schaden als Verzugsfolge bei Geldschulden im Tiirkischen SchuldrechtYazar(lar):AYRANCI, Hasan Cilt: 1 Sayı: 1 Sayfa: 111-119 DOI: 10.1501/Lawrev_0000000008 Yayın Tarihi: 2004 PDF

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Weiterer Schaden als Verzugsfolge bei Geldschulden im

Tiirkischen Schuldrecht

Hasan AYRANCI*

ABSTRACT

In case of debtor's default in paying monetary obligation, interest for

default may also be demanded. The obligation to pay such interest shall arise

regardless of fault despite the fact that the loss of claimant can be more than the

amount of interest. Fluctuations in the value of a currency due to, for example,

inflation and devaluation, changes in foreign currency rates, compulsory

payments, such as the monetary or liquidated damages by the claimant to third

persons owing to the delay in the satisfaction of a claim by the latter, the

procuring of costly credits and other related events may give rise to additional

loss or damage. The compensation of the additional loss or damage is one of

the general consequences of debtor's default which can be demanded according

to article 105 of the Turkish Code of Obligations.

ÖZET

Para borcunun ödenmesinde temerrüde düşülmesi halinde kusur şartına bağlı

olmaksızın faiz borcu doğar. Ancak alacaklının zararı faiz miktarından fazla olabilir.

Para değerinde devalüasyon ve enflasyon nedeniyle meydana gelen değişmeler, yabancı

para kur değişiklikleri, alacaklının üçüncü bir kişiye alacağını zamanında alamaması

nedeniyle ödemek zorunda kaldığı tazminat ve cezai şart gibi ödemeler, yüksek maliyetli

kredi temin edilmesi zorunluluğu ve buna benzer olaylar munzam zararın doğmasına

yol açabilir. Munzam zararın ödenmesi, temerrüdün genel sonuçlarından biri olup, BK

m.W5'e göre tazmin edilir.

(2)

KEYWORDS

Money (Currency), Monetary Obligation, (Debtor's) Default, Additional Loss or Damage, Foreign Currency

ANAHTAR KELİMELER

Para, Para Borcu, Temerrüt, Munzam Zarar, Yabancı Para

I. Einleitung

Eine von den allgemeinen Verzugsfolgen ist weiterer Schaden. Der im

Art. 105 des türkischen OR geregelte weitere Schaden wird bis letzten Jahren

auch im türkischen Recht nicht genügend bearbeitet. Jedoch wegen der Inflation

und bzw. Entwertungen des Geldes bzw. Devisengeldes ist dièse wichtige Frage

aufgefallen und im Jahre 1990 tOR Art.83 in dieser Hinsicht revidiert.

Nach dieser Regelung, kann der Glàubiger seine Forderung entweder zum

Kurs des Verfalltags öder zum Kurs des faktischen Zahlungstags verlangen,

wenn die Fremdgeldschuld nicht rechtzeitig geleistet wird.

Wenn Glàubiger einen grösseren Schaden, d.h. einer Geldforderung iiber

die Verzugszinsen hinausgehenden Schaden, erleidet, kann er den nach Art.105

tOR geltend machen.

II. Tatbestànde des weiteren Schaden

A. Geldleistung

Wenn man eine Geldschuld in Anspruch nimmt, geht es um einen weiteren

Schaden. Dieses versteht man von der systematischen Darstellung des tOR

Art. 105.

AuGerhalb der Geldleistungen geht es um keinen weiteren Schaden.

AuGerdem muss Geldleistung als Gattungsschuld bezeichnet werden

1

. Weil bei

der Stückschuld Verzugszinsen nicht verlangt werden kann, handelt es sich um

1 Geld sind bewegliche und vertretbare Sachen (Hugo OSER./Wilhelm

SCHÖNENBERGER. Das Obligationenrecht, Allgemeiner Teil. (Art.1-183), 2. Auflagc. Zürich. 1929. Art. 84, N. 3; Andreas von TUHR/Hans PETER, Allgemeiner Teil des

Schweizerischen Obligationenrecht, Bd. I, Lieferung 1, Zürich, 1974, S. 58; Hıfzı TİMUR,

"Paranın Hukukî Mahiyeti". Pelin Armağanı. İstanbul, 1948. S. 325; Ferit H. SAYMEN/Halit K. ELBİR, Türk Borçlar Hukuku, Umumî Hükümler, İstanbul, 1966, S. 619; Fikret EREN,

Borçlar Hukuku Genel Hükümler, C. II. B. 5, İstanbul, 1999, S. 964, 965; Die Geldschulden

sind ausnahmsweise Stückschulden.

(3)

keinen weiteren Schaden. Schliesslich soil die Geldleistung nicht suspensiv

bedingt sein.

B. Schuldnerverzug

Schuldnerverzug ist "objektiv pflichtwidrige Verspàtung mit der Erfiillung

einer Verbindlichkeit"

2

. Im Hinblick auf dieses Thema, ura einen Schadenersatz

zu verlangen, muss der Geldleistungsschuldner in Verzug treten. Der im

Verzug befindliche Schuldner hat Schadenersatz wegen Nichterfüllung zu

leisten. Der Tatbestand des Schuldnerverzugs ist Verspàtung der Erfiillung und

insofern unterscheidet er sich von der Nichterfüllung.

Auch aile anderen Schuldnerverzugstatbestânde braucht man fiir einen

weiteren Schaden. Solange der Glâubiger in Glâubigerverzug ist, ist der

Schuldnerverzug ausgeschlossen.

C. Verschulden des Schuldners

Bei den Geldschulden kann der Glâubiger nur Verzugszinsen fordern, ohne

dass dem Schuldner ein Verschulden trifft. Also weiterer Schaden ist ein Folge

eines verschuldeten Verzugs

3

.

Nach tOR Art.105 ist erforderlich, dass der Schuldner den Verzug

verschuldet hat und sich nicht exkulpieren kann

4

. Verspatete Erfiillung der

geschuldeten Geldleistung ist vertragswidrig und erfolgt das Verschulden.

Der Schuldner, von dem Schadenersatz gefordert wird, hat zu beweisen,

"dass ihm keinerlei Verschulden zur Last falle" (tOR Art.105/1).

D. Adàquater Zusammenhang

Schadenersatz setzt einen zwischen dem Verzug (Verspàtung) und dem

beim Glâubiger entstandenen Schaden adâquaten Kausalzusammenhang voraus.

Soweit der Schaden auch bei rechtzeitiger Erfiillung eingetreten ware,

besteht kein Zusammenhang zwischen dem Verzug und dem weiteren Schaden.

Der Glâubiger hat den Zusammenhang zu beweisen

5

.

2 Peter GAUCH/Walter R. SCHLUEP, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner

Teil,BandII,6. Auflage, Zürich, 1995, Nr. 2917.

3 Siehe OSER/SCHÖNENBERGER, 1929, Art. 102, N. 30; Felix R. EHRAT, Der

RUcktritt vom Vertrag nach Art. 107, Abs. 2 OR in Verbindung mit Art 103 OR, Zürich,

1990, S. 88; F. Necmettin FEYZİOĞLU. Borçlar Hukuku, Genel Hükümler, C. II, B. 2, istanbul, 1976, S. 252; Zahit ÇANDARLI, "Zarar ve Ziyanın Takdiri", Adalet Dergisi, 1950. Sayı 5, S. 601 ; Y.HGK., E. 1998/13-353 K. 1999/929 (YKD. C. 27, Sayı. 1, 2001, S. 9).

4Die Möglichkeit für Exkulpation ist z.B. ein vorübergehendes Verbot (siehe SCHENKER

(4)

Der Glaubiger, der rechtzeitig seine Forderung erhalten kann, eröffnct ein

Girokonto. Das in der Schweiz giiltige Prinzip, nach dem der Glaubiger den

empfangenen Geldbetrag sofort in seinen Landwahrung umgewandelt hatte",

kann im tiirkischen Recht nicht verfolgt werden.

Wenn der Glaubiger den Zusammenhang zwischen Kreditaufnahme und

Schuldnerverzug nachgewiesen hat, kann er den Schadenersatz geltend machen.

Jedoch braucht man in alien Fallen nicht den Nachweis des adaquaten

Zusammenhanges.

E. Hinausgehender Schaden

1. Schuldnersschaden

Wenn der Glaubiger keinen Schaden hat, geht es um keine

Schadenersatzpflicht. Besteht kein Schaden, so handelt es sich auch um keine

Haftung für Verspiitungsschaden.

Ungewollte Reinvermögensminderung ist Schaden, der durch

Verminderung der Aktivseite des Vermögens des Geschadigten oder

Vermehrung der Passivseite des Vermögens des Geschadigten und auch durch

entgangenen Gewinn entstehen kann

7

.

Weil niemand einen Geldbetrag nicht fruchtlos bleiben làsst, ist mindest

Schaden Verzugszins. Also Verzugszins ist Minimalentschàdigung. Aber wenn

Schaden des Glàubigers mehr als Verzugszins ist, hat der Schuldner diesen

weiteren Schaden zu ersetzen.

5 Franz SCHENKER. Die Voraussetzungen und die Folgen des Schuldnerverzugs im

schweizerischen Obligationenrecht, Freiburg Schweiz, 1988, N. 262; H. Rudolf BARTH. Schadenersatz bei nachtrâglicher Unmöglichkeit der Erfüllung, Aarau, 1958, S. 105; von

TUHR/PETER, 1974. S. 99; EREN, 1999, S. 1093; Nami BARLAS, Para Borçlarının İfasında

Borçlunun Temerrüdü ve bu Temerrüt Açısından Düzenlenen Genel Sonuçlar, İstanbul.

1992. S. 192-193; Y.HGK.. E. 1998/13-353, K. 1999/929 (YKD. C. 27, Sayı 1,2001. S. 9).

6 Siehe für diese Vermutung Eugen BUCHER, Schweizerisches Obligationenrecht,

Allgemeiner Teil. 2.Auflage, Zürich, 1988 (a), S. 362; SCHENKER, 1988, N. 282; Bruno von

BÜREN, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Zürich, 1964. S. 369; Theo GUHL/Hans MERZ/Max KUMMER, Das Schweizerische Obligationenrecht. 7. Auflage, Zürich, 1980, S. 222; Rolf H. WEBER, Berner Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Bd.VI, 1. Abtcilung, 4. Teilband, Vormeberkungen und Kommentar zu Art. 68-96 OR, Bern, 1983, Art. 84, N. 362; BGE 117 II 256.

7 GAUCH/SCHLUEP, 1995, II. N. 2624; von TUHR/PETER, 1974. S. 84; ÇANDARLI.

1950. S. 599; EREN, 1999, S. 1092, FEYZİOĞLU. 1976. C.II, S.182; BARTH, 1958. S. 144; Hans MERZ, Schweizerischesprivatrecht, Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Band. VI/I, Basel. 1984. S. 186; SAYMEN/ELBİR, 1966, S. 747; BGE 104 II 199.

(5)

Ein den Verzugszins iibersteigender Schaden wird bei Valutaverlusten

gesehen. Wenn kaufmannischer Glâubiger einem höheren Zinssatz als dem

Bankdiskonto bezahlen musste, muss er den Schaden ersetzen.

Abwertung des Inlandsgeldes wàhrend des Schuldnerverzuges erfolgt

Kursverlust.

2. Ubersteigender Schaden

Als Begriff weiterer Schaden bedeutet den Teil des Schadens, der iiber den

Verzugszins hinausgeht. Mit dem Eintritt des Verzuges bei der Geldschuld

bezahlt der Schuldner Verzugszinsen. Art. 103 tOR gewahrt Verzugszinsen in

bestimmte Höhe. Er muss Kapital und Verzugszinsen tilgen. Es befindet sich

auch Zinseszins Verbot (Anatozismusverbot) im turkischen Recht (Art.104/111

tOR).

Der Schuldner hat bei Verzug mit einer Geldleistung den Schaden zu

ersetzen, der höher ist als durch die Verzugszinsen vergiitet wird. Der Glâubiger

hat den iibersteigenden Schaden zu beweisen

8

.

Wenn Schaden höher ist als Verzugszins, kommt weiterer Schaden.

AuGerdem besteht eine Obligenheit fiir Schadensminderung.

III. Bemesssung des Schadens

Der Glâubiger kann einige Schaden erlitten haben:

A. Schadenersatz, Konventionalstrafe und andere Zahlungen, die der

Glaubiger an Dritte Ieisten muss

Der Glâubiger, dessen Geldforderung rechtzeitig nicht erfiillt wird, kann

vor dem Verzug etliche Vertràge mit Dritten abgeschlossen haben. Wegen des

vorherigen Verzugs kann er beispielsweise seine Geldschulden aus diesen

etlichen nicht zahlen oder seine Verpflichtungen gegeniiber Dritten nicht

erfiillen. In dieser Lage kann der Glâubiger selbst in Verzug gegeniiber seinen

eigenen Glâubigern treten und deswegen V e r s p à t u n g s s c h a d e n ,

Konventionalstrafe oder andere Auslagen entrichten

9

. Nebenbei kann er bei

8 BUCHER, 1988 (a). S. 362; Eugen BUCHER, Schweizerisches Obligationenrecht,

Besonderer Teil. 3. Auflage, Zürich. 1988. S. 195 (b); WEBER, 1983, Art. 84, N. 362;

ÇANDARLI. 1950, S. 613. Akar ÖCAL, "Munzam Zarar", EİTİAD, C. Ill, Sayı 1, 1967, S. 150; FEYZİOĞLU, 1976, II, S. 252; JdT 1984 I 195; BGE 109 II 436; BGE 117 II 256; BGE 123 III 241.

' Max KELLER/Christian SCHÖBİ, Allgemeine Lehren des Vertragsrechts, Band I. Basel, 1982, S. 201; GAUCH/SCHLUEP. 1995, II, N. 2990; OSER/SCHÖNENBERGER. 1929. Art. 103, N. 4; Hermann BECKER, Berner Kommentar, Band VI, Obligationenrecht, I. Abt.: Allgemeine Bestimmungen (Art. 1-183). 2. Auflage. Bern, 1941. Art. 106, N. 4; SCHENKER.

(6)

andere Vertrage, die er mit Dritten abeeschlossen hat, mehr als dem von seinem

Glabiger bezahlten Verzugszins festgestanden haben

10

.

Die anderen Kösten und Auslagen des Glàubigers sind als

Verspatungsschaden zu ersetzen.

B. Höhere Kredit Auslagen

Der Gliiubiger, der auf S c h u l d n e r v e r z u g stosst, kann in

Zahlungsschwierigkeiten fallen und deshalb einen Kredit aufnehmen. In dieser

Lage muss er hochstwahrscheinlich mehr als dem Verzugszins etwas höhere

Geldsumme bezahlen. Zudem, um Kredit aufnehmen zu können, zahlende

Wechselerneuerungskosten und Bankprovisionen wird berücktsichtigt".

C. Entwertung der Warenkaufkraft

Geldschulden bzw. Forderungsbetràge sind Nominalschulden. Deswegen

àndern sie sich ursprunglich nicht, abgesehen davon, dass Warenkaufkraft sinkt

oder steigt. Mit anderen Wortern spielt die Abwertung der inneren

Warenkaufkraft des Geldes ursprunglich keine Rolle. Aber wenn der

Geldschuldner nicht in Verzug tritt und ein rictiger Schaden eintritt, muss mann

daran denken, ob es um clausula rebus sic stantibus geht

12

.

1988, Nr. 286; Andreas von TUHR/Aarnold ESCHER, Allgemeiner Teil des Schweizerischen

Obligationenrecht, Band II, Zürich, 1974, S. 144; EREN, 1999. S. 1095; Halûk TANDOĞAN, Türk Mesuliyet Hukuku, Ankara, 1961, S. 482; S. Sulhi TEKİNAY/Scrvet AKMAN/Halûk

BURCUOĞLU/Atilla ALTOP, Tekinay Borçlar Hukuku, Genel Hükümler (Cilt I-II). B.6. İstanbul. 1988, S. 1240; Georges BALİS (Übersetzer: Akar ÖCAL), "Para Borçlarının Ödenmesindeki Gecikmeden Doğan Zarar ve Ziyan", EİTİAD, C. I, Sayı I, 1965, S. 168; Kemal OĞUZMAN/Turgut ÖZ, Borçlar Hukuku, Genel Hükümler, B. 2, İstanbul, 1988, S. 383; Y.13. HD.. E. 1996/260 K. 1997/511 (YKD. C. 23, Sayı 5, 1997, S. 735).

"' von TUHR/ESCHER, 1974, S. 147; KELLER/SCHÖBİ, 1982, S. 202; Safa REİSOĞLU,

Borçlar Hukuku, Genel Hükümler, B. 6, Ankara, 1986, S. 250: EREN. 1999, S.1095; Y.HGK.,

06.05.1973. E. 971/T-285. K. 432 (VELİDEDEOĞLU/ÖZDEMİR, Borçlar Kanunu Şerhi. Genel-Özel, Ankara. 1987, m. 105,243)

" BECKER. 1941. Art. 106, N. 4; ÖCAL, 1967, S. 154; Dieter MEDİCUS. Schuldrecht,

I, Allgemeiner Teil. 3. Auflage, München, 1990, S. 184.

12 Henri GUİSAN, "La Devaluation du Franc Suisse et ses effects de droit civil". ZSR, Bd.

56. 1937. S. 314a İT; Yaşar KARAYALÇIN, "Para Değerinde Değişmelcr-Yabancı Sermaye ve Anonim Şirketlerde Aynî Pay", Prof. Dr. Mahmut KOLOĞLU'ya 70'inci Yaş Armağanı. Ankara. 1975, S. 495; F. Necmettin FEYZİOĞLU. Borçlar Hukuku, İkinci Kısım, Akdin

Muhtelif Nevileri. C. I, B. 3, İstanbul, 1978, S. 755; siehe auclı K. Tahir GÜRSOY. Hususî Hukukta Clausula Rebus Sic Stantibus (Emprevizyon Nazariyesi), Ankara. 1950. S. 64 ff.;

vgl.WEBER. 1983. Art. 84, N. 279.

(7)

Nach dem Verzug wegen der Entwertung der Warenkaufkraft enstandener

Schaden muss ersetzt werden

13

. Der Verzug ist bei Geldschulden eine

Ausnahme von dem Nominalschuldprinzip'

4

.

Ob der Glâubiger seinen Schaden als Verspâtungsschaden wegen der

Inflation entwertete Warenkaufkraft verlangen kann, ist fraglich. Jedoch, weil

beim Verzug es sich um einen Ausnahmefall der Nominalschuldtheorie handelt,

nimmt man Verspâtungsschaden wegen der Inflation an. Wenn der Glâubiger

eine Schuld hat, die im Ausland als Devise zu bezahlen ist und er seine

Geldfordurung nicht erhalten kann, erleidet er wegen Inflation einen

Entwertungsschaden. Dariiber hinaus, wenn der Glâubiger beweisen kann, dass

er die Geldbetrag bei rechtzeitiger Erfüllung in eine nicht entwertete Wâhrung

gewechselt hâtte, kann er wegen der Entwertung den Schadenersatz geltend

machen

15

.

Wenn der Glâubiger seine Geldforderung rechtzeitig erhalten kann, kann er

den Geldbetrag wâhrend der Devalvation in die fremde Wâhrung umwandeln.

Sofern er es nachzuweisen ist, kann er den Schadenersatz verlangen

16

. AuBer in

den Ausnahmefâllen wird der Schaden nicht genau bestimmt, sondern nur

abgeschâtzt(BKm.42/II)

17

.

13 BECKER. 1941, Art. 106, N. 4; Hayri DOMANİÇ, Faizle Karşılanamayan Zararların

Giderilmesini Sağlayan B.K.105 ve Diğer Hükümler, İstanbul, 1998, S. 65; Ahmet

KILIÇOĞLU, "Yargıtay Kararlan Açısından Munzam Zarar", Ticaret Hukuku ve Yargıtay

Kararları Sempozyumu, XV, S.12; Bilal KARTAL, "Faizi Aşan Zarar -Munzam

Zarar-"B.K.nun 105. Maddesi ile ilgili Kararlar", Ticaret Hukuku ve Yargıtay Kararları

Sempozyumu, XII, S. 14; TEKİNAY/AKMAN/BURCUOĞLU/ALTOP, 1988, S. 1040;

BARLAS, 1992, S. 214; siehe Sermet AKMAN, "Karşılaştırmalı Olarak Alman ve İsviçre Türk Hukuklarında Yüksek Oranlı Enflasyonun Para Borçlarına Etkisi ve Bu Konudaki Yargıtay Kararlan", İBD, 1989, Sayı 10-11-12, S.625 und auch Yaşar KARAYALÇIN, "Enflasyon Karşısında Faiz (Hukukî Açıdan bir İnceleme)", Türkiye Bankalar Birliğinde Verilen

Konferans, 1980, S. 36, ebenfalls OĞUZMAN/ÖZ, 1988, S. 383 besonders S. 383 Fn. 563;

Y.HGK., E. 1998/13-353, K. 1999/929 (YKD. C. 27, Sayı 1, 2001, S. 6); Y. 13.HD.,E. 1996/260. K.1994/511 (YKD. C. 23, Sayı 5, 1997, S. 735 f.); im schweizerischen Recht wird dieser Schaden nicht ersetzen zu werden (siehe von BÜREN, 1964, S. 33; J. HENGGELER, "Die Abwertung des Schweizerfrankens und ihr Einfluss auf die zivilrechtlichen Verhàltnisse", ZSR, Band 56, 1937, S. 226a; SCHENKER, 1988, N. 283; siehe EREN, 1999, S. 1095-1096; siehe für Gegenmeinung GAUCH/SCHLUEP, 1995, II, N. 2991; JdT 1984 I 198; BGE 47 II 301; 46 II 403; siehe BGE 82 II 283.

14 GUİSAN, 1937, S. 332a; siehe und vgl. SCHENKER, 1988, N. 283, Anm. 31, WEBER.

1983, Art. 84, N. 274; Inflation erfolgt den weiteren Schaden (KILIÇOĞLU, S. 22).

15 siehe, BARLAS, 1992, S. 211; SCHENKER, 1988, N. 283; HENGGELER, 1937, S.

226a.

16 Siehe SCHENKER, 1988, N. 283.

17 Siehe SCHENKER. 1988, N. 283; Vedat BUZ, "Karşılaştırmalı Hukukta Munzam

(8)

D. Kursverluste

1. Vor dem Gesetz Nummer 3678

Haben die Parteien eine Effektivzahlung vereinbart, und hat die

Geldforderungssumme nach dem Verzug abwertet, muss man es als

Verspatungsschaden berechnen. Im Verzug befindliche Schuldner muss die

Kursdifferenz ersetzen'

s

.

Infolge der Abwertung der geschuldeten Leistung kann der Glaubiger

dieses Geld in eine andere Wahrung wechseln. In diser Lage muss er Beweise

vorlegen, dass er sich sehr wahrscheinlich so verhalten hâtte. Die Vermutung,

die cler Glaubiger den Geldbetrag bei Falligkeit in die gesetzliche Wahrung

seines Landes (z.B. die Konversion des geschuldeten Dollarbetrags in

Landeswahrune) eewechselt hatte, ist im tiirkischen Recht nicht immer giiltis.

Schadenersatz aus Wàhrungsverlust kann geltend gemacht werden, wenn

der Glaubiger den Verzugszins übersteigenden Schaden beweisen kann. Er kann

behaupten, den Geldbetrag in eine nicht entwertete Wahrung konvertiert hatte.

Normalerweise trâgt der Glaubiger die Beweislast. Wenn der Kursverlust

infolge der Abwertung bestehet, vermutet der Richter den Schaden gernass die

Lebenserfahrung und gewonlichen Lauf der Dinge.

2. Nach dem Gesetz Nummer 3678

Wenn die Parteien eine Schuld in fremder Wahrung ausdriicken und die

Partei eine andere Einigung nicht verabredet hatte, kann der Glaubiger den

Verzugszins verlangen, nach der Höhe des höchsten Zinssatzes der staatlichen

Banken, nicht aber nach der Höhe des marktùblichen Zinssatzes in

Privatbankgeschàften. Mit dieser Regelung besteht im Regelfall infolge des

Kursverlustes kcin weiterer Schaden.

Mit gleichen Regelungen ist zu Art.83 tOR einen dritten Absatz beigefügt

worden. Nach dem oben genanten Absatz, wenn man Fremdgeldschuld nicht

rechtzeitig leistet, kann der Glaubiger seine Forderung entweder zum Kurs des

Verfalltags öder zum Kurs des faktischen Zahlungstags verlangen

19

. Mit dieser

(YKD. C. 27, Sayı 1. 2001. S. 9); Y.13.HD., E. 1996/260. K. 1994/511 (YKD. C. 23. Sayı 5. 1997. S. 736).

ıs MERZ, 1984. S. 170; BECKER, 1941, Art. 106, N. 4; WEBER. 1983, Art. 84. N. 360;

OSER/SCIIÖNENBERGER, 1929, Art. 84, N. 18; BUCHER. 1988 (a), S.269; GUHL/MERZ/KUMMER, 1983, S. 222; von BÜREN. 1964. S. 34; Rona SEROZAN. "Medenî Kanun ve Borçlar Kanunu Değişikliklerinin. Özellikle Yabancı Para Borçlarına ve Bunların Teminat Altına Alınmalarına İlişkin Değişikliklerin Eleştirilmesi", İBD, C. 65. Sayı 1-2-3. 1991, S. 208; siehc GAUCH/SCHLUEP, 1995, 11, N. 2987; Y. 15. HD., E. 1998/4379 K. 1998/4426 (YKD. C. 25. Sayı 3, 1999. S. 361 ff.); BGE 109 II 436.

(9)

Verânderung ist die Alternative Ermâchtigung des Schuldners aufgehoben

2

".

Nunmehr hat der Schuldner keine Ermâchtigung, die dem Schuldner seine

Schuld entweder mit Landesgeld oder mit Fremdgeld zu bezahlen ermöglichte.

Nach dem Gesetz Nummer 3678 kann der Glàubiger an dem Zahlungstag

nach dem gültigen laufenden Kurs seine Forderung geltend machen, sofem

Abwertung des Inlandsgelds wâhrend des Schuldnerverzuges Kursverlust

erfolgt.

E. Entgangener Gewinn

Wenn der Glàubiger wegen des Verzugs ein Gewinn oder Nutzen entgeht,

tritt dann sogenannte Schaden wegen entgangener Gewinn ein. Der

Schadenersatzanspruch aus entgangener Gewinn kann geltend gemacht werden,

wenn es durch die Verzugszinsen nicht gedeckt wird. Nach der allgemeinen

Lebenserfahrung stiitz man sich darauf, dass der Glàubiger einen bei ihm

eingehenden Geldbetrag zinstragend angelegt hâtte. Denn niemand verwahrt

fruchtlos eine grössere Geldsumme

21

.

20 von BÜREN. 1964, S. 37; von TUHR/PETER, 1974. S. 66; BUCHER. 1998 (a), S. 301:

GAUCH/SCHLUEP, 1995, II, N. 2344; EREN, 1999, S. 968; TEKİNAY / AKMAN / BURCUOĞLU/ALTOP, 1988, S. 1083.

21 Siehe Y. 5. HD., E. 1996/13828, K. 1996/14754 (YKD. C. 22 Sayı 12, 1996, S. 1895);

Y.HGK., 16.05.1973, E. 971/T-285, K. 432 (Senai OLGAÇ, Kazaî ve İlmî İçtihatlarda Borçlar

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